Das „Limpurger Rind“ ist die älteste noch existierende württembergische Rinderrasse. Sie entstand aus Kreuzungen des nach dem 30-jährigen Krieg noch vorhandenen Roten Landviehs mit Allgäuer Vieh und erhielt sich rein bis heute. Der Name der Rasse kommt von der Grafschaft Limpurg - südlich von Schwäbisch Hall. In den kleinbäuerlichen, oft sehr kargen Verhältnissen mit hängigem Gelände bildete sich eine diesen Anforderungen im besonderem Maße angepasste bodenständige Rinderrasse heraus: mit spezieller Eignung als Zugtier, mit umgänglichem Temperament, mit guter Milchergiebigkeit und einer besonders feinen Fleischqualität. Wegen dieser wurden im angrenzenden Hohenlohe jedoch nur die Ochsen gemästet und anschließend profitabel verkauft, wodurch sie für sichtbaren Wohlstand in dieser Region sorgten.

Mitte des 19. Jahrhunderts erreichten die Limpurger ihre Blütezeit, die aber Ende der 60er Jahre schon zu Ende war. Die Gründe dafür lagen vor allem in der Nachfrage nach dem hervorragenden Fleisch, die in keinem Verhältnis stand zur Vermehrung.
1897 zählte man noch 56.000 Limpurger. Danach ging der Bestand stetig zurück. 1987 wurde daraufhin die Züchtervereinigung Limpurger Rind mit Unterstützung der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. gegründet. Seitdem nimmt der Tierbestand eine Aufwärtsentwicklung: Aktuell werden wieder rund 480 Limpurger gezählt, davon 360 Kühe. Das Limpurger Rind wird als extrem gefährdet eingestuft. Slow Food Deutschland hat den Weideochsen vom Limpurger Rind deshalb in die Arche des guten Geschmacks aufgenommen.

Warum wurde der Weideochse zum Passagier der Arche des Geschmacks bei Slow-Food?

Liefern schon die Limpurger Rinder ein wunderbar saftiges, gut marmoriertes Fleisch, so tun es erst recht die Weideochsen: Ihr gering verfettetes Fleisch ist besonders saftig, außergewöhnlich zart, gut marmoriert und besonders wohlschmeckend – hinzu kommt, dass die Ochsen besonders groß werden, so dass sie auch besonders viel Fleisch liefern. Somit sind sie gewissermaßen die kulinarische Krönung, die Edelsten der Edlen. Und nur ihr Fleisch darf mit dem geschützten Markenbegriff "Limpurger Boeuf de Hohenlohe" verkauft werden. Aber um diesen Titel zu verdienen, sind neben dem Fleisch vom Ochsen weitere Anforderungen zu erfüllen: Der Ochse muss aus seiner Stammheimat oder Hohenlohe stammen und mindestens 24 Monate gelebt haben. Er muss langsam wachsen und darf deshalb nur das Futter aus Weidehaltung fressen, im Winter das Heu. Soja und dessen Erzeugnisse sowie Maissilagefutter sind verboten.

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